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Die Geschichte der Schule in Lühmannsdorf

Vor der Gründung Lühmannsdorfs im Jahre 1826, hatte Friedrich von Lühmann 1824 in Brüssow nur 3 schulpflichtige Kinder.  Diese gingen in Zarnekow zur Schule, als der damalige königliche Landrat den Vorschlag unterbreitete, in Wrangelsburg eine Schule für die Kinder zu errichten.

1825 wurde die Anlegung einer eigenen Schule für Brüssow, Wrangelsburg und Giesekenhagen als ein dringendes Bedürfnis dargestellt. Dies kam am 04.März 1825 in der Gemeinde Zarnekow zur Sprache. Hierbei ging es in erster Linie um die Baukosten für die Ausbesserungen am Küsterhaus. Eine Einigung wurde nicht erreicht.

Weitere zwei Jahre vergingen, und für die Kinder war es nun möglich, in Lühmannsdorf die Schule zu besuchen. So gingen die kleinen Kinder in Lühmannsdorf und die großen Kinder in Zarnekow zur Schule.

1830/31 erfolgte die Schulanlegung in Lühmannsdorf. Der Schulunterricht bestand aus Lesen, mit einer Wandfibel, Schreiben nach gedruckten Abschriften sowie Rechnen. Im Winter wurden 10, im Sommer 6 Stunden dafür genutzt.

Bibel, Katechismus und Gesangbuch, dazu biblische Geschichten benutzte man für den Religionsunterricht. Dieser betrug im Sommer 6 und im Winter 4 Stunden.

Damals gab es die Winterschule von Oktober bis März, von 8.00 bis 11.00 Uhr  und von 13.00 bis 16.00 Uhr, und die Sommerschule, auch Halbschule genannt, von April bis September von 6.00 bis 8.00 und von 9.00 bis 11.00 Uhr.

Zu diesem Zeitpunkt gab es insgesamt 64 schulpflichtige Kinder, davon 36 Knaben und 28 Mädchen. Diese wurden folgendermaßen eingeteilt:

  1. Abteilung I 33 Kinder
  2. Abteilung II 31 Kinder.

Man legte damals viel Wert auf religiöse Kenntnisse. Demnach besuchte die Schuljugend regelmäßig die Kirche in Zarnekow. Für die Kleinen wurden Andachten in Lühmannsdorf gehalten. Alle 6 Wochen besuchte der Pfarrer, der gleichzeitig auch Schuldirektor war, die Schule. Lehrerversammlungen wurden monatlich abgehalten.

Im Jahre 1850 besaß Lühmannsdorf 2 Schulen, wobei die zweite Schule (Vorschule) eine Art Kindergarten war. Vom Gutsherren und der damaligen Schulgemeinde wurden beide Schulen eingerichtet. Die Beschaffenheit des Schulhauses war nach damaligen Verhältnissen in gutem Zustand.

1880 wurde das Schulsystem wesentlich verbessert. Es wurde eine Drei-Klassen-Schule eingeführt (I. Klasse 35, II. Klasse 54, III. Klasse 69 Schüler). Der Unterricht wurde von 2 Lehrern erteilt. Für die damalige Zeit war eine Drei-Klassen-Schule sehr fortschrittlich. Die 1. und 2. sowie die 3. und 4. Klasse hatten jeweils zusammen Unterricht. Im Winter jedoch kamen die 1. und 2. Klassen erst am Nachmittag zum Unterricht.

1871 Betrug die Anzahl der Kinder vom 5. bis zum vollendeten 14. Lebensjahr, in dem zum Schulbezirk Lühmannsdorf gehörenden Ortschaften Lühmannsdorf, Giesekenhagen und Brüssow 174. In Lühmannsdorf waren es 142, in Giesekenhagen 7 und in Brüssow 25 Kinder.

1874 wurde die Errichtung eines weiteren Schulgebäudes , nebst Lehrerwohnung, durch einen Anbau beschlossen. Das Kreisbauamt Greifswald wurde beauftragt, die Größe der für den Schulhausausbau und die Wegeverlegung erforderlichen Bodenfläche , unter Hinzuziehung des Schulvorstandes, an Ort und Stelle zu prüfen.

Am 10. November 1875 erfolgte der Anbau an das Schulhaus. 1881 begann ein Lehrer namens Otto Zietlow seine Tätigkeit als Lehrer in der Gemeinde Lühmannsdorf, damals gerade 22-jährig. Die Leistungen waren allgemein befriedigend.

1886 wurde die Schule wieder eröffnet, da zuvor 45 Kinder an Masern erkrankten.

Otto Zietlow wurde zur 100-Jahr-Feier 1926 zum Ehrenbürger von Lühmannsdorf ernannt.

Er starb 77-jährig am 04.September 1936 in Greifswald.

1937 wurde der Bau einer neuen Schule geplant, was jedoch nicht realisiert wurde, da der Faschismus näher rückte  und das Geld für Rüstung benötigt wurde.

Am 04.Oktober 1949 endlich wurde das Richtfest für das neue Schulgebäude gefeiert und zum Internationalen Kindertag 1950 nahmen die Kinder ihre neue Lernstätte schließlich in Besitz.

Seit diesem Zeitpunkt gab es in Lühmannsdorf eine 8-klassige Polytechnische Oberschule. In ihr wurden Kinder aus Lühmannsdorf mit den anliegenden Ortsteilen Giesekenhagen, Brüssow und Jagdkrug sowie Wrangelsburg unterrichtet. Die 9. und 10. Klasse erhielten ihren Unterricht zur damaligen Zeit in Züssow.

Zum Schuljahresbeginn 1978/79 wurde der Küchenerweiterungbau übergeben. 1991 wurde die Schule zur Grundschule umfunktioniert

Wegen der ständig sinkenden Schülerzahlen musste die Schule 1996 dann geschlossen werden. Die Grundschüler der Klassen 1 – 4 werden ab diesem Zeitpunkt in Karlsburg beschult.

Diese Angaben wurden der Gemeindechronik entnommen.

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