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Giesekenhagen, Staats-Domainen-Vorwerk. ¾ Mle. von Zarnekow gegen Nordosten, an der Wolgaster Flügelbahn.              Pächter: Müller

  Die Feldmark gehört zu den wenig ergiebigen. Nach den G.St.T. des K.F.M. ist sie 1045,49 Morg. groß, davon an Acker759,70, an Gartenland 4,43 Morg., an Wiesen 117,58 Mg. , bedeütend abweichend von Tabelle A., an Weiden 116,64 Mg., die dort ganz fehlen, an Holzungen 0, an Wasserstücken 2,75 Mg., an Ödland und Unland 0. Zusammen 1001,10 Mg., deren Reinertrag auf 953,35 Thlr. abgeschätzt ist , oder vom Morgen 29 Sgr. Es sind 2 Besitzstücke. Es kommen hinzu an ertraglosen Grundstücken 32,87 Morg. Wege, 4,20 Mg Bäche, 7,32 Mg. Hof- und Baustellen etc. Werden diese Flächen hinzugerechnet, so ist der Ertrag pro Morg. 27 Sgr. An steuerfreien Gebaüden sind hier 9 vorhanden. Das Bahnwärterhaus Nr. 6 gehört hierher. Unter den Einwohnern ist ein Katholik. Gieschenhagen war ehedem ein ritterschaftliches Gut, mit dem die Owstine belehnt waren. Es steht in ihrem Lehnbriefe von 1485. Im Anfange des des  17. Jahrhunderts wird es nicht mehr unter den Gütern dieser Familie genannt.

 

Brüssow oder Brissow, Landgut , Pertinenz des Rittergutes Wrangelsburg, 3/8 Mln. von diesem Gute gegen Südosten und 3/8 Mln. vom Kirchorte Zarnekow gegen Nordosten entfernt, unfern der von Möckow nach Wolgast führenden Staatstraße.
Besitzer: Johannes Carl Leopold von Homeyer, seit 1862. - Pächter: J. Hilgendorf.
Nach dem G.St.T. des F.M. gehören zu diesem Gute 368,01 Mg. Ackerland, 103,58 Mg. Wiesen, 6,14 Mg. Weiden, von den übrigen Kulturarten nichts, zusammen 477,73 Mg., die 634,93 Thaler Reinertrag geben und mit Thaler 66. 23. 9 Pf besteüert sind. Steuerfreie Grundstücke gibt es nicht. Verteilt ist der Boden in 5 Besitzstücken, die 3 Besitzern gehören. An ertragslosen Liegenschaften kommen hinzu: 8,94 Mg. Wege etc., 1,92 Mg. Bäche etc., 4,44 Mg. Hof- und Baustellen; Gesamtfläche der Feldmark 492,92 Mg. - Unterschied gegen Tabelle A. - 27,17 Mg. - 5 Wohn- und 1 gewerbliches Gebaüde geben 1 Thlr. 29 Sgr. Steüer, frei von Steüer sind 6 Gebaüde. Das besteüerte Gebaüde ist eine Mühle mit Gehöft, welche im Jahre 1865 dem Müllermeister Carl Holz gehörte. Das Grundstück wurde um die selbe Zeit getheilt, und ein Theil davon an den Müllergesellen Heinrich Schulz von Wolgast verkauft. Ob Brüssow von Anfang an ein Pertinenzstück von Wrangelsburg, ehedem Vorwerk genannt, kann, in Ermangelung urkundlicher Nachrichten, nicht erörtert werden. Dietrich Horn zu Ranzin hatte in Brissow 1437 eine jährliche Hebung von 7 1/2 Mark, die er für ein Kapital von 150 Mk. an die Patrone der Engelbrechtschen Vicarie beim Altar St. Brigitten in der St. Marien-Kirche zu Greifswald verpfändete. 1514 wird hier eine Mühle genannt. Noch 1540 gehörte es der Familie Horn, wurde aber damals an Roloff Owstin zu Owstin, den Schwiegervater Michaels Horn verpfändet.
Mit Wrangelsburg vereinigt sieht man Brüssow seit der Besitzzeit des Schwedischen Reichsfeldherren Grafen Carl Gustav Wrangel, d.i. seit 1640; man vergl. die Artikel Krebsow, S. 604, und Wrangelsburg, S. 1132.
Der 1816 in den Besitz getretene Laug hat die Hälfte von Brüssow an v. Lühmann verkauft, der auf dem erworbenen Terrain Colonisten angesiedelt hat, s. Lühmannsdorf, S. 1129. Dadurch hat Brüssow seine ritterschaftlichen Vorrechte seit 1827 verloren.

 

  Lühmannsdorf, Büdnerdorf, ½ Mle. Von Zarnekow gegen Nordosten an der von Mökow nach Wolgast führenden Staatsstraße , ist eine Abzweigung von dem Gute Brüssow und im Jahre 1827 durch v. Lühmann , den Erwerber von der Hälfte der Grundfläche von Brüssow , angelegt. Er wollte es Neü-Brüssow nennen, war aber die Königl. Regierung nicht genehmigte,  um die Namen von anderen Ortschaften nicht zu haüfen, worauf  Lühmann den jetzigen Namen in Vorschlag brachte, der durch Rescript vom 20.März 1828 genehmigt wurde. Bei seiner ersten Anlage bestand das Dorf aus 25 Büdnerstellen. Die Ansiedlung ist ungefähr 1/8 Mle. von  dem Hauptgute Brüssow gegen Nordosten gelegen. Die Ortschaft ist sehr regelmäßig zu beiden Seiten der Heerstraße erbaut und macht einen freündlichen Eindruck, obgleich die Ansiedler bei der Dürftigkeit des Bodens auf ihren kleinen Parcelen mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Die G.St.T. des K.F.M. geben die Anzahl der Besitzstücke zu 117 und die der Besitzer  zu 77 an, und legen der Colonie einen Gesamtflächeninhalt von 526,33 Mg. Mit 530,38 Thlr. Reinertrag bei, vom Morgen 33 Sgr. Steuerpflichtig sind 85 Wohn – und 2 gewerbl. Gebaüde, Steüer 32 Thlr. 5 Sgr.  Steüerfrei sind 79 Gebaüde . Das Handwerk ist unter den Einwohnern reichlich vertreten; die in der Tabelle C. angegebenen 79 Handwerker begreifen Meister, Gesellen und Lehrburschen. Bei der Volkszählung vom 3. December 1864 ergab sich, daß in Lühmannsdorf 1 Baptist lebte.   Holzschlägerei in der Staatsforst und Anfertigung grober Holzwaaren sind ein Hauptnahrungszweig der Einwohnerschaft.

Gefunden im Landesamt für Kultur und Denkmalpflege, Archiv Greifswald, „Berghaus“ Landbuch von Pommern, Seite 1129 ff.

Folgende Anzeige erschien im Amtsblatt am 20.03.1828 (Quelle: Landesamt für Kultur und Denkmalspflege, Archiv Greifswald)


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