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von Lühmann Ahnentafel Adelsbrief Wappen

 

Abschrift des Adelsbriefes

Wir Joseph

der andere, von Gottes Gnaden Erwählter Römischer Kaiser, zu allen Zeiten Wahrer des Reiches, König in Germanien,

zu Jerusalem, Hungarn, Böheim, Dalmatien, Kroatien. Slavonien, Galicien und Lodomerien, Erzherzog zu Österreich, Herzog zu Burgund, zu Lothringen, zu Steyer, zu Kärnthen und zu Krein; Großherzog zu Toskana; Großfürst zu Siebenbürgen; Markgraf zu. Mähren; Herzog zu Brabant, zu Limburg, zu Lützenburg und zu Geldern, zu Würtemberg, zu Ober- und Nieder-Schlesien, zu Mailand, zu Mantua, zu Parma, Plaranz, Quastalla, Auschwitz und Gabor zu Kalabrien, zu Barr, zu Montferrat und zu Teschen;
Fürst zu Schwaben und zu Charleville; gefürsteter Graf zu Habsburg, zu Flandern, zu Tyrol, zu Hennegau, zu Xiburg, zu Görtz und Gradiska; Markgraf des heiligen Römischen Reiches zu Burgau, zu Ober- und Nieder-Laußnitz, zu Pont à Mouson; und zu Homany; Graf zu Namur, zu Provinz, zu Baudemont, zu Schenkenberg, zu Zütphen, zu Vaerwerden, zu Valin, und zu Falkenstein; Herr auf der Wind ischen Mark, und zu Mecheln, etc. etc.

Bekennen für uns und unsere Nachkommen am heiligen Römischen Reiche mit diesem Briefe, und thun kund allermänniglich:

Obwohl die Höhe der Römischen kaiserlichen Würde, darein der allmächtige Gott Uns nach seiner väterlichen Fürsehung gesetzet hat, vorhin mit vielen edlen und edlichen Geschlechtern und Unterthanen versehen ist; So sind Wir doch geneigt, derjenigen Namen und Stamm in höhere Ehre und Würde zu erheben, welche sich stäts adelicher guter Sitten und Handlungen befleißen, damit andere durch dergleichen milde Belohnung wahrer Tugenden, zur Nachfolge rühmlicher Thaten gleichfalls bewegt und aufgemuntert werden.

Wenn uns nun von Carl Leonhard Lühmann allerunterthänigst vorgetragen worden, daß dessen Voreltern, dem allgemeinen Rufe nach, worüber aber die Länge und die Unbilden der Zeit keine Beweise gewähren, adelichen Geschlechts gewesen seyn sollen, sein Vater anfänglich als Regiments-Quartiermeister zu Anklam in Schwedisch-Pommern gestanden und nachher das Allodialgut Galkow, daselbst an sich gebracht habe; Er selbst aber, nach hinterlegten Studien auf der Akademie zu Greifswald im achtzehnten Jahre sich in königlich dähnische Kriegsdienste begeben, zwei Feldzüge mitgemacht habe, und nach erfolgtem Hintritte seines Vaters, als königlich dähnischer Lieutnant ausgetrethen sey, auf seinem ererbten Allodialgut, Galkow, sich der Landwirtschaft gewidmet habe, auch in jüngeren Jahren bei Schätzung und Ablieferung der Güther, als Rathgeber und Schiedsrichter, sehr häufig gesucht und selbst durch dreizehn Jahre in und vor dem Siebenjährigen Kriege, als königlich dähnischer Weg-Kommissarius gebraucht worden sey: Uns daher allerunterthänigst bäthe, daß Wir ihm des heiligen Römischen Reiches Adelstand allermildest zu verleihen geruhen wollen, welche kaiserliche Gnade fr gegen Uns und das heilige römische Reich mit dem allergehorsamsten Dank zu verehren erbiethig sey, solches auch wohl thun kann, mag und soll.
So haben Wir demnach aus obangeführten Unser kaiserliches Gemüth bewegenden Ursachen mit wohlbedachtem Muthe, gutem Rathe und rechtem Wissen ihm Carl Leonhard Lühmann ,die kaiserliche Gnade gethan und ihn, samt seinen ehelichen Leibeserben und Nachkommen, beiderlei Geschlechtes, in grader Linie absteigenden Stammes, für und für in des heiligen Römischen Reiches Adelstand gnädigst erhoben, eingesetzt, und gewürdiget, auch der Schaar, Gesell- und Gemeinschaft anderer adelicher Personen dergestallt zugesellet, zugefüget, und verglichen, als ob sie von vier Ahnen, väter- und mütterlicher Seits in solchem Stande hergekommen, und gebohren wären: Thun das, erhaben, setzen und würdigen sie in des heiligen römischen Reiches Adelstand aus römischer kaiserlicher Machtsvollkommenheit;

Meinen, setzen und wollen; daß sie von jedem männiglich in allen und jeden ehrlichen und adelichen Sachen, Handlungen und Geschäften, geist- und weltlichen, dafür gehalten, geehret, erkannt und geschrieben werden, dazu alle und jede Gnade, Ehre, Würde, Sitz, Stimme, Vortheil, Freiheit, Recht und Gerechtigkeit haben, zu geistlichen Stellen, auf Domstiftern, hohen und niederen Ämtern und Lehen geist- und weltlichen nach jeden Stifters wohlhergebrachten Gewohnheiten, und Statuten aufgenommen werden, und mit anderen Unsere und des heiligen römischen Reiches rechtgebohrenen Lehensturniersgenossen etc. adelichen Personen zu turnieren, mit ihnen Lesen und alle andere Gerichte und Rechte zu besitzen, Urtheil zu schöpfen, und Recht zu sprechen, auch derselben taug­ lich, theilhaftig und empfänglich seyn sollen.
Ferner und zu mehrerem Gedächtnisse dieser Unserer kaiserlichen Gnade haben wir ihm, Carl Leonhard Lühmann, seinen ehelichen Leibeserben, und Nachkommen, beiderlei Geschlechtes, in gerader Linie absteigenden Stammes, nachstehendes adeliches Wappen verliehen, und in alle Zeit zu führen gnädigst gegönnet, und erlaubet:

Als einen gevierten Schild, in dessen ersten schwarzen Felde ein gegen die Linke gekehrter aufrechtstehender, göldener Löw mit aufgewundenem Schwanze, in dem zweiten silbernen ein vorwärts­ stehender, blau gekleideter, mit einer rothen Binde um den Leib, gelben Stiefeln, auf dem Hute eine rothe und eine schwarze Feder tragender, mit dem Degen an der Seite, in der linken Hand einen Stock haltender, mit der rechten aber gegen die linke Seite zeigender Mann, auf einem grünen Waasen erscheinen; in dem dritten silbernen Felde sind auf einem grünen Waasen drei grüne Bäume, und in dem vierten ebenfalls silbernen vier blaue Querbalken zu ersehen. Auf dem Schilde ruht ein frei offener, rechts gekehrter, blau angelaufener, roth gefütterter, goldgekrönter, zur Rechten mit Gold und schwarz, zur Linken aber mit Silber und blau verrutscht herabhangenden Decken verzierter Turniershelm, auf welchem zwei auswärts gekehrte Fähnlein mit göldenen Stangen, wovon das zur Rechten nach der Länge Gold und schwarz, das zur Linken aber Silber und blau ist, sich zeigen. Wie solches adeliches Wappen in Mitte dieses Unseres kaiserlichen Gnadenbriefes mit Farben eigentlicher entworfen und gemahIt sich befindet.

Thun das, gönnen und erlauben ihm, Carl Leonhard Lühmann, seinen ehelichen Leibeserben, und Nachkommen, beiderlei Geschlechtes, in grader Linie absteigenden Stammes, daß sie vorgeschriebenes adeliches Wappen in allen und jeden ehrlichen adelichen Sachen, Handlungen und Geschäften, zu Schimpf und Frust, in Streiten, Stürmen, Schlachten, Kämpfen, Turnieren, Gesteehen, Gefechten, Ritterspielen, Feldzügen, Pannieren, Gezeltaufschlägen, Insiegeln, Pettschaften, Kleinodien, Begräbnißen, Gemählden, und sonst allen anderen Orten und Enden, nach ihren Ehren und Nothdürften führen und gebrauchen können und mögen.

Wir haben über dieses noch zu mehrerer Bezeigung Unserer kaiserlichen Gnade ihm, Carl Leonhard Lühmann, seinen ehelichen Leibes­ erben, und Nachkommen, beiderlei Geschlechtes, in grader Linie absteigenden Stammes, gnädiglich vergönnet, und erlaubet, daß sie nun hinfür in ewige Zeiten gegen Uns und Unsern Nachkommen, römische Kaiser und Könige, deren Kanzleien, und sonst männiglich, in allen ihren Reden, Schriften, Handlungen, und Geschäften, sich von Lühmann, wie nicht weniger von allen ihren mit rechtmäßigem Titel besitzenden, oder künftig noch überkommenden Güthern, nennen und schreiben, von männiglich auch also genannet und geschrieben werden sollen und mögen.

Gebiethen darauf, allen und jeden Kurfürsten, Fürsten, geist- und weltlichen Prälaten, Grafen, Freien, Herren, Rittern, Knechten, Landmarschallen, Landeshauptleuten, Landvögten, Hauptleuten, Vitzdomen, Vögten, Pflegern, Verwesern, Amtleuten, Landrichtern, Schultheißen, Bürgermeistern, Richtern, Räthen, Kündigern in Wappen, Ehrenherolden, Persevanten, Bürgern, Gemeinden und sonst allen Unsern und des heiligen römischen Reiches Unterthanen und Getreuen, wes Würden, Standes, oder Wesens die sind, ernst- und festiglich mit diesem Briefe, und wollen, daß sie oftbenannten Carl Leonhard von Lühmann, seine ehelichen Leibeserben und Nachkommen, beiderlei Geschlechtes, in grader Linie absteigenden Stammes, für und für, in ewige Zeiten, als Unsere und des heiligen römischen Reiches rechtgebohrene, Lehensturniersgenossene adliche Personen, erkennen, ehren und würdigen;an oberzählten Unsern kaiserlichen Gnaden, Ehren, Würden, Vortheilen, Freiheiten, Rechten und Gerechtigkeiten, Erhebung in des heiligen römischen Reiches Adelstand, adelichen Wappen, Kleinod, und Benamsung nicht hindern, noch irren, sondern sie dessen allen ruhig freuen, gebrauchen, genießen, und gänzlich dabei bleiben lassen, hinwider nicht tun, noch das jemand zu tun gestatten, in keine Wese, noch Wege, als lieb einem jeden sey, Unsere und des heiligen römischen Reiches schwere Ungnade und Straffe, und dazu eine Poen, nämlich fünfzig Mark löthigen Goldes, zu vermeiden, die ein jeder, so oft er freventlich hierwider thäte, Uns halb in Unserm und des Reiches Kammer, und den andern halben Theil ihm, Carl Leonhard von Lühmann, oder seinen ehelichen Leibeserben, und Nachkommen, beiderlei Geschlechtes, so hierwider beleidiget würden, unnachläßlich zu bezahlen verfallen seyn solle; doch Uns, und dem heiligen römischen Reiche und Unsern, und sonst männiglich an seinen Rechten und Gerechtigkeiten unvergriffen und unschädlich. Mit Urkund dieses Briefes, besiegelt mit Unserm kaiserlichen anfangenden Insiegel, der gegeben ist zu Wien den dreizehnten Tag, Monates August, nach Christi Unseres lieben Herrn und Seeligmachers gnadenreicher Geburt, im Siebenzehnhundert Neun und achtzigsten, Unserer Reiche, des römischen im Sechs und zwanzigsten, des Hungarischen und Böhmischen aber im Neunten Jahre.

gez. Joseph

gez. 27. f. zu colloredo Mansfeld

22 Mandatum Sac. Caes.

Majestatic proprium

gez. Morit

collat. und regist.

M. R Molitor