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von Lühmann Ahnentafel Adelsbrief Wappen

Die Vorgeschichte von Lühmannsdorf ist eng mit der Geschichte von Brüssow und damit mit der von dem Gut Wrangelsburg verbunden, zu dem die Feldmark Brüssow lange Zeit gehörte.
1649 gelangte das das heutige Wrangelsburg, und damit auch Krebsow und Brüssow, an den Grafen von Wrangel, der diesem Ort, der vorher Neuenkirchen oder Neu-Vorwerk hieß, auch seinen heutigen Namen gab.
Von 1689 - 1709 war es dann durch Vererbung in den Besitz eines Fräuleins von Wittenburg gelangt.
Bis 1769 war es im Besitz der schwedischen Grafenfamilie Brahe und gehörte dann bis 1773 zu den Besitztümern des Grafen und Herren zu Putbus.
Von 1773 bis 1816 war Wrangelsburg mit seinen Nebengütern im Besitz der Familie Normann, die es 1816 an Laug verkaufte.
1862 übernahm diese Besitzungen ein Herr v. Homeyer, der sich dann auch persönlich beim Landratsamt in Greifswald für eine Angliederung von Brüssow an Lühmannsdorf einsetzte.
Der 1816 in Besitz getretene Laug hat die Hälfte des Wrangelsburger Vorwerkes Brüssow an den Herrn Friedrich von Lühmann verkauft. Der neue Besitzer ließ längs der Straße nach Wolgast ein Büdnerdorf mit 25 Hofstellen anlegen, aus dem sich dann der Ort in der heutigen Form und Lage entwickelte.
Der von v. Lühmann in Vorschlag gebrachte Name Neu Brüssow wurde durch die Landesregierung nicht genehmigt, und per Rescript vom 20.März 1828 wurde dann der Ortsname Lühmannsdorf bestätigt.
Damit war der Grundstein gelegt für die Entwicklung des Ortes, wie wir ihn heute kennen.

Mit der weiteren Aufsiedelung des Ortes kamen immer neue Probleme wie Schulanlegung, Angliederund von benachbarten Gütern und Ansiedelungen und eine neue Organisation des sich ständig vergrößernden Gemeinwesens hinzu.

Nachdem 1830/31 in Lühmannsdorf eine Schule angelegt wurde, stand diese vor dem Problem der ständig steigenden Schülerzahlen. So ergab am 21.12.1871 eine "Nachweisung der Anzahl der Kinder vom vollendeten fünften bis zum vollendeten vierzehnten Lebensjahre in den zum Schulbezirk Lühmannsdorf gehörenden Ortschaften Lühmannsdorf, Giesekenhagen und Brüssow" folgende Anzahl:

Lühmannsdorf: 142 Kinder
Giesekenhagen: 7 Kinder
Brüssow: 25 Kinder

Also mit insgesamt 174 Kindern für diesen Schulbezirk, bezogen auf die Gesamteinwohnerzahl, eine Grössenordnung, von der die Schulplaner heute nur noch träumen können.

1841 wird das Gutshaus in Brüssow erbaut.

Mehrere Kaufverträge von 1864 - 65 belegen, dass Müllermeister Carl Holtz, Brüssow ( damaliger Besitzer der Mühle auf dem heutigen Grundstück Döhring), Land verkauft an:

Zimmergeselle Carl Hannemann, Lühmannsdorf,
Weber Carl Hall, Lühmannsdorf, und
Arbeitsmann Wilhelm Hilgendorf.

Carl Holtz verkauft die Mühle per Vertrag vom 26. August 1865 an den Müllergesellen Heinrich Schultz, Hohendorf.
Dieser verkauft dann später an den letzten Besitzer Carl Becker. Danach wird diese Mühle abgebrochen, deren Reste noch nach 1945 in der Döhring´schen Koppel zu finden waren.

Vor diesem Hintergrund, und sicher auch aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus, stellte der Besitzer des Rittergutes Wrangelsburg in den Jahren 1905 - 1908 mehrmals den Antrag auf Vereinigung des Vorwerkes Brüssow mit dem Gemeindebezirk Lühmannsdorf beim Landratsamt in Greifswald. Umfangreicher Schriftverkehr dokumentiert die ablehnende Haltung der Lühmannsdorfer und Brüssower Bürger gegenüber diesem Ansinnen, weil die Lühmannsdorfer höhere Gemeindeabgaben und die bisher steuerbefreiten Brüssower künftige zu zahlende Kommunalabgaben fürchteten.
Trotz dieser Befürchtungen erging im Dezember 1908 der Beschluß der Landesregierung Stralund, beide Orte in einem Bezirk zu vereinigen. Ab dem 01. Januar 1909 wurden dann auch die Einwohner des mit Lühmannsdorf vereinigten Büdnervorwerkes Brüssow zu den Gemeindelasten herangezogen. Damit gehörte Brüssow zur Gemeinde Lühmannsdorf.

Das ehemalige Staats-Domainen-Vorwerk Giesekenhagen stand während dieser Zeit ebenfalls unter dem Stern der Umstrukturierung.
In einem Pachtvertrag vom 3. Dezember 1887 wird ein Domainen-Pachter Voss, Giesekenhagen, benannt.
Für die Pachtperiode 1889 - 1907 übersandte der damalige Pächter Vahl eine "Beschreibung der wirtschaftlichen und Pachtverhältnisse der Domäne Giesekenhagen", welches ehedem ein ritterschaftliches Gut war, mit dem die Owstine belehnt waren und das Anfang des 17. Jahrhunderts nicht mehr unter deren Gütern verzeichnet war, an die Königliche Regierung zu Stralsund, welche in Auszügen folgendes aussagt:

Grösse der Domäne: 257,30 ha
davon nutzbar: 243,0 ha
Bodenverhältnisse:
Acker: 2 ha in Bonitierungsklasse IV, 67 ha in V, 109 in VI , 7 ha in VII
Wiesen: 23 ha in VI, 7 ha in 7.
Hütungen: 7 ha in Bonitierungsklasse V, 15 ha in VI, 7 ha in VII
18 Pferde à 400 Mark, 6 Füllen à 300 Mark, 1 Bulle à 400 Mark, 30 Milchkühe à 300 Mark, 10 Stärken à 240 Mark, 10 Kälber à 100 Mark, 10 Zuchtsauen à 80 Mark, 20 - 30 Mastschweine à 80 Mark, 50 - 60 Läufer und Ferkel, an Schweinerassen werden Kreuzungen zwischen York und Berkshire gehalten, bei Pferden wird nachgekauft, sonst eigene Zucht mit Ausnahme der männlichen Tiere, die Milch geht zur Genossenschaftsmolkerei.
Von den Gebäudeverhältnissen wird berichtet, dass es acht Arbeiterwohnungen gab, die alle belegt sind, die vorhandenen Scheunen den wirtschaftlichen Bedürfnissen nicht entsprechen, weil sie zu klein sind und dass das Pächterhaus durch einen Neubau ersetzt werden muss.
Zur Wirtschaftsweise wird berichtet:
Es wird in acht Schlägen gewirtschaftet, angebaut werden ca. 180 Morgen Roggen, 20 Morgen Gerste,
70 Morgen Hafer, 70 Morgen Erbsengemenge, 20 Morgen Lupinen, 140 Morgen Kartoffeln, 20 Morgen Futterrüben, 20 Morgen Seradella, 90 Morgen Dunglupinen (90 Morgen Brache wurden mit Lupinen bestellt)

Nach einer Neuaufsiedelung werden in einem Rezess vom 28.Sept. 1928 folgende Namen vermerkt:

Rudolf Franz,
Karl Franz,
Heinrich Gerling,
Heinrich Jeschke und
Wilhelm Köppen.

Quellennachweis: Berghaus, Landbuch von Pommern, Seite 1110 ff, Akten aus dem Landesarchiv Greifswald,
Rep. 65c, Nr. 6004, Rep. 66, Nr. 66, Rep. 66,Nr. 140, Greifswald und seine Umgebung, Akademie-Verlag Berlin, 1968, S. 188 ff.