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Firmengeschichte August Ziesemer

 

August Ziesemer wurde 1905 in Persanzig geboren. Nach seiner Lehre zum Mechaniker in Neustettin und einer Wanderschaft als Geselle kam er 1926 nach Loitz und machte sich dort mit Fahrradhandel und Reparaturen selbständig.
Nachdem er in Lassan seine Frau Anna, geb. Müller kennen gelernt hatte, schlossen sie im März 1928 die Ehe und zogen im gleichen Jahr nach Lühmannsdorf, um sich eine eigene Existenz aufzubauen.

Sie kauften zunächst eine Haushälfte der heutigen Karl-Marx-Straße 59 und begannen wirtschaftlich Fuss zu fassen..Da die Arbeit als Mechaniker nicht ausreichte, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, versuchte August Ziesemer sich mit Schweinehaltung über Wasser zu halten.


Nach und nach verbesserte sich die wirtschaftliche Lage. Mit viel Fleiss und Arbeit gelang es, die Reparaturwerkstatt zu entwickeln.

1929 begann der Werkstattbetrieb und Handel mit Fahrrädern, Nähmaschinen, Zentrifugen usw.

Es ging nicht alles reibungslos. Durch Arbeitslosigkeit gab es Probleme mit der Bezahlung, die Aussenstände stiegen. So unterstützte Ehefrau Anna, indem sie mit dem Fahrrad in die umliegenden Dörfer fuhr und Ersatztreile verkaufte, manchmal auch das Fahrrad, dann kam sie halt zu Fuss nach Hause.

1934 nahm sie den Handel mit Kolonialwaren auf, um sich geschäftlich zu verbessern. Mit dem umfangreichen Angebot erwarben sich August und Anna Ziesemer einen festen Kundenstamm.

1935 begannen sie auch mit dem Betrieb einer Tankstelle von BV-Aral, die vor dem Haus an der Strasse errichtet wurde.

1937 kauften Ziesemer´s die 2. Haushälfte und erweiterten das Haus durch einen Anbau zum Hof hin, der zeitweilig als Warenlager genutzt wurde und den Kunden manche Wege in die Stadt ersparte.

Während es 2.Weltkrieges waren die Tankstelle und die Reparaturwerstatt außer Betrieb, das Kolonialwarengeschäft wurde von Anna Ziesemer weitergeführt.

1945, nach Kriegsende, wurde im Auftrage der Gemeinde das verteilt, was die Bauern im Ort erzeugten.
Dann wurden die Händler Zeisert und Medow / Liebing ebenfalls wieder tätig.

Anfangs holte man gemeinsam mit dem Pferdefuhrwerk vom Großhändler die Ware aus der Stadt, bis der Großhandel wieder lieferte.

Die Lebensmittelmarken mussten in der Stadt Wolgast bzw. Gemeindeverwaltung Wusterhusen abgerechnet werden. Dorthin fuhren die Händler gemeinsam, da Kurt Liebing mit einem Dreirad-Auto ausgestattet und somit motorisiert war.

1954 übergab August Ziesemer den Kolonialwarenhandel an seine Tochter Brunhilde.
Im Februar 1959 wurde der Handel wegen eingeschränkter Belieferung aufgegeben.
Die Familie konzentrierte sich auf die Tankstelle und die Werkstatt.

Seit 1946 war auch der Betrieb der Tankstelle mit dem VEB Minol angelaufen. Dass es auch so blieb, dafür setzten sich die Peene-Werft, Bauelemente Wolgast, das Diabetikerheim Karlsburg u.a. ein. Zu jeder Tages- und Nachtzeit wurden ihre Fahrzeuge betankt.

Am 30. November 1970 beendete Brunhilde Bertling, geb. Ziesemer, den Tankstellenbetrieb.
1971 zum Jahresende beendete auch August Ziesemer seinen Werkstattbetrieb, den er ab 1945 weiterfürte und mit Moped- und Motorradreparaturen erweitert hatte.

Der Kundenkreis hatte sich auf viele umliegende Orte ausgedehnt.
Noch heute gibt es Leute, die sich gerne an einen Besuch in seiner Werkstatt und seinem Ersatzteillager erinnern.

aufgeschrieben von Frau Brunhilde Bertling, geb. Ziesemer, am 22.02.2007